Verändern psychedelische Substanzen die Kommunikation zwischen den Gehirnregionen nachhaltig?
Eine beispiellose internationale Analyse zeigt, wie psychedelische Substanzen wie Psilocybin, LSD, Meskalin, DMT und Ayahuasca auf das menschliche Gehirn wirken. Diese Verbindungen, die wegen ihrer potenziellen therapeutischen Wirkung gegen Depressionen, Angstzustände oder Suchterkrankungen untersucht werden, verursachen messbare Veränderungen in der Gehirnaktivität.
Die Forscher kombinierten die Daten von elf unabhängigen Studien, die auf drei Kontinenten durchgeführt wurden und an denen mehr als 250 Teilnehmer beteiligt waren. Ihre Ergebnisse zeigen, dass diese Substanzen die Kommunikation zwischen normalerweise wenig verbundenen Gehirnnetzwerken erhöhen. Zum Beispiel stärken sie die Verbindungen zwischen den Bereichen, die für abstraktes Denken, Gedächtnis und Emotionen zuständig sind, und denen, die für sensorische Wahrnehmung und Bewegung verantwortlich sind. Dieses Phänomen deutet auf eine vorübergehende Veränderung der hierarchischen Organisation des Gehirns hin, bei der die Grenzen zwischen den verschiedenen kognitiven Funktionen weniger ausgeprägt werden.
Die Analysen zeigen auch, dass sich die Verbindungen bestimmter tiefer Gehirnregionen wie Thalamus, Nucleus caudatus und Putamen mit den sensorimotorischen Bereichen verändern. Diese Strukturen spielen eine Schlüsselrolle bei der Koordination von Bewegungen und der Regulierung der Wahrnehmung. Im Gegensatz zu früheren Studien deuten die Ergebnisse jedoch nicht darauf hin, dass Psychedelika generell die Kommunikation innerhalb einzelner Gehirnnetzwerke reduzieren. Die Effekte variieren je nach Substanz und Person, wobei es bemerkenswerte Unterschiede zwischen LSD, Psilocybin, Meskalin, DMT und Ayahuasca gibt.
Diese Synthese bietet ein klareres und differenzierteres Bild der zugrundeliegenden Gehirnmechanismen, die den Effekten von Psychedelika zugrunde liegen. Sie bestätigt, dass diese Substanzen das Gehirn nicht zufällig desorganisieren, sondern spezifisch bestimmte Verbindungen zwischen seinen verschiedenen Teilen umkonfigurieren. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Wege, um ihr therapeutisches Potenzial besser zu verstehen und gezieltere medizinische Ansätze zu entwickeln.
Sources du média
Document de référence
DOI : https://doi.org/10.1038/s41591-026-04287-9
Titre : An international mega-analysis of psychedelic drug effects on brain circuit function
Revue : Nature Medicine
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Manesh Girn; Manoj K. Doss; Leor Roseman; Katrin H. Preller; Fernanda Palhano-Fontes; Lorenzo Pasquini; Frederick S. Barrett; Pablo Mallaroni; Natasha L. Mason; Christopher Timmermann; Drummond E. McCulloch; Patrick M. Fisher; Brian S. Winston; Flora Moujaes; Felix Muller; Matthias E. Liechti; Franz X. Vollenweider; Johannes G. Ramaekers; Kim Kuypers; Draulio B. Araujo; Olaf Sporns; Joshua Siegel; Nico Dosenbach; David J. Nutt; Robin L. Carhart-Harris; Emmanuel A. Stamatakis; Danilo Bzdok