Beeinflusst das genetische Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen die Gehirnkoordination?

Beeinflusst das genetische Risiko für Aufmerksamkeitsstörungen die Gehirnkoordination?

Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und Impulse zu kontrollieren, sind häufige Merkmale bei Menschen mit Störungen wie dem Aufmerksamkeitsdefizit mit oder ohne Hyperaktivität. Diese Herausforderungen spiegeln oft eine Beeinträchtigung der Gehirnmechanismen wider, die es ermöglichen, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren und Ablenkungen zu ignorieren. Eine neue Studie zeigt, dass diese Mechanismen von genetischen Faktoren beeinflusst werden könnten und bietet damit einen Ansatz, um die Ursprünge dieser Störungen besser zu verstehen.

Die Wissenschaftler:innen konzentrierten sich auf eine spezifische Gehirnaktivität, die als mediale frontale Theta-Aktivität bekannt ist. Diese Aktivität, die durch Elektroden auf der Kopfhaut messbar ist, äußert sich in Gehirnwellen, die 4- bis 8-mal pro Sekunde schwingen. Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der Koordination kognitiver Kontrollprozesse, wie der Fähigkeit, das Verhalten an die Anforderungen einer Aufgabe anzupassen. Bei Menschen mit Aufmerksamkeitsstörungen zeigt diese Theta-Aktivität oft Unregelmäßigkeiten, insbesondere eine erhöhte Variabilität im Timing dieser Wellen von einem Versuch zum nächsten.

Die Studie untersuchte, ob das mit diesen Störungen verbundene genetische Risiko Vorhersagen über Variationen in dieser Gehirnaktivität treffen kann. Dazu nutzten die Forscher:innen einen Score, der aus der DNA jedes Teilnehmers berechnet wurde und die genetische Veranlagung widerspiegelt, ähnliche Symptome wie beim Aufmerksamkeitsdefizit zu entwickeln. Die Ergebnisse zeigen, dass dieser genetische Score einen Teil der Variabilität in der Regelmäßigkeit der Theta-Wellen erklärt. Dies deutet darauf hin, dass Gene direkt die Fähigkeit des Gehirns beeinflussen, seine Kontrollsignale zu synchronisieren.

Diese Entdeckung wird durch die Stabilität der verwendeten Messungen gestützt. Tatsächlich erwies sich die Regelmäßigkeit der Theta-Wellen bei wiederholten Tests als sehr zuverlässig, was bestätigt, dass diese Gehirnaktivität ein robuster und konsistenter Indikator ist. Das genetische Risiko für andere Entwicklungsstörungen, wie Autismus, scheint jedoch keinen vergleichbaren Einfluss auf diese Gehirnaktivität zu haben.

Diese Ergebnisse werfen ein neues Licht auf die Zusammenhänge zwischen Genetik und Gehirnfunktion. Sie legen nahe, dass die kognitiven Kontrollschwierigkeiten, die bei bestimmten Störungen beobachtet werden, teilweise durch genetische Variationen erklärt werden könnten, die die zeitliche Koordination von Gehirnsignalen beeinflussen. Dieser Ansatz ebnet den Weg für ein besseres Verständnis der zugrundeliegenden Mechanismen und könnte langfristig zu gezielteren Interventionsstrategien beitragen.


Sources du média

Document de référence

DOI : https://doi.org/10.1038/s41398-026-03938-2

Titre : ADHD polygenic risk predicts neural signatures of cognitive control: Evidence from midfrontal theta dynamics

Revue : Translational Psychiatry

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Ümit Aydin; Ziye Wang; Máté Gyurkovics; Amy Tong; Grace Cullen; Sumayyah Ahmed; Jason Palmer; Gráinne McLoughlin

Speed Reader

Ready
500