Kann ein neuer Ansatz jungen Menschen helfen, besser mit anhaltenden Symptomen nach COVID zu leben?
Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, die von lang anhaltenden Symptomen nach einer COVID-Infektion betroffen sind, erleben oft eine erhebliche Beeinträchtigung ihres Alltags. Anhaltende Müdigkeit, Kopfschmerzen, Atemprobleme oder Angstzustände können noch lange nach der akuten Phase der Krankheit bestehen bleiben. Diese Beschwerden, die manchmal als Post-COVID-Syndrom bezeichnet werden, betreffen einen nicht unerheblichen Teil der Jugendlichen und können ihre schulischen Leistungen, sozialen Beziehungen und ihre Entwicklung erschweren.
Ein britisches Forscherteam hat eine originelle Methode getestet, um sie zu unterstützen. Die Idee bestand darin, angepasste Atemübungen mit einer Erzählttherapie zu kombinieren. Letztere ermutigt die Jugendlichen, ihre Geschichte zu erzählen und ihre Stärken zu erkennen, um die Schwierigkeiten besser bewältigen zu können. Das Ziel war nicht nur, die körperlichen Symptome zu reduzieren, sondern ihnen auch zu helfen, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen und sich weniger isoliert zu fühlen.
Zweiunddreißig Jugendliche nahmen an dieser Studie teil. Die Hälfte erhielt zusätzlich zur üblichen Behandlung Gruppensitzungen, während die andere Hälfte weiterhin nur die Standardbehandlungen erhielt. Die Sitzungen fanden online statt und dauerten dreieinhalb Stunden. Sie wurden von einem spezialisierten Physiotherapeuten und einem Psychologen geleitet. Die Teilnehmer lernten dort, ihre Atmung besser zu kontrollieren, und tauschten sich mit anderen Jugendlichen in derselben Situation aus.
Die Rückmeldungen waren positiv. Die Jugendlichen schätzten das Online-Format, das es ihnen ermöglichte, von zu Hause aus in einer vertrauten Umgebung teilzunehmen. Viele betonten, wie wichtig es war, sich gehört und verstanden zu fühlen. Zu hören, dass andere die gleichen Schwierigkeiten hatten, half ihnen, die Probleme zu relativieren und Strategien zu finden, um voranzukommen. Die Atemübungen wurden als hilfreich empfunden, um das Gefühl von Atemnot und Stress zu lindern.
Eine Beobachtung hat die Forscher besonders beeindruckt: Fast 85 % der Teilnehmer wiesen eine Störung des Atemmusters auf. Das bedeutet, dass ihre Atmung, oft zu schnell oder oberflächlich, ihre Symptome wie Schwindel oder Brustschmerzen verschlimmerte. Diese Störungen sind nicht auf ein Lungenproblem zurückzuführen, sondern auf ein Ungleichgewicht in der Art und Weise, wie der Körper die Atmung steuert. Gezielte Übungen können diese korrigieren.
Im Laufe der Monate stellten die Forscher eine allgemeine Besserung der Symptome bei allen Teilnehmern fest, unabhängig davon, ob sie an der Intervention teilgenommen hatten oder nicht. Dies deutet darauf hin, dass die Zeit eine Schlüsselrolle bei der Erholung spielt. Jugendliche, die jedoch an den Gruppensitzungen teilgenommen hatten, berichteten von einem deutlicher verbesserten emotionalen Wohlbefinden. Sie gaben auch eine bessere Lebensqualität und weniger Müdigkeit im Alltag an.
Dieser Ansatz heilt das Post-COVID-Syndrom nicht, bietet aber konkrete Werkzeuge, um besser damit zu leben. Er zeigt auch, wie wichtig es ist, diese Störungen sowohl aus physischer als auch aus psychologischer Sicht zu betrachten. Atemstörungen, die oft unbekannt sind, verdienen besondere Aufmerksamkeit, da sie die Ursache für viele belastende Symptome sein können.
Die Forscher betonen die Notwendigkeit, die Studien fortzusetzen, um diese Methoden zu verfeinern und mehr Jugendlichen zugänglich zu machen. Sie weisen auch auf die Bedeutung einer individuellen Betreuung hin, da jeder Jugendliche unterschiedlich reagiert. In der Zwischenzeit eröffnet diese Erfahrung einen vielversprechenden Weg, um den Alltag derjenigen zu verbessern, die nach COVID nur schwer zu einem normalen Leben zurückfinden.
Sources du média
Document de référence
DOI : https://doi.org/10.1007/s00431-026-06840-7
Titre : The breath and mind connection in young people with post-COVID syndrome: feasibility and acceptability of a pilot randomised co-designed intervention
Revue : European Journal of Pediatrics
Éditeur : Springer Science and Business Media LLC
Auteurs : Charlotte Wells; Deborah Christie; Rebecca Johnston; Faye Knight; Monica Samuel; Terry Y. Segal; Mark Shevlin; Rachel Sparrow; Deborah Woodman; Samatha Sonnappa